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Weinbau - Rebsorten

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Von den sechs zur Anpflanzung in Tokaj-Hegyalja zugelassenen Rebsorten finden sich alle auf unserem Weingut wieder.

Furmint
Furmint Die bedeutendste und mit Abstand am meisten angebaute Rebsorte der Weinregion mit einem Anteil von etwa 60% der Gesamtfläche unseres Weinguts.
Ihr Ursprung ist nicht geklärt, vermutlich handelt es sich um eine autochtone Tokajer Sorte. Ihr Rebstock ist von starkem Wuchs und verfügt über wenige lange, nach oben wachsende Triebe. Die Blätter sind kaum gegliedert, höchstens gebuchtet, der Rand weist sägeartige Zacken auf. Die zylinderartigen Trauben sind von mittlerer Größe und enthalten runde Beeren. Die spät in der zweiten Oktoberhälfte reifende Sorte eignet sich hervorragend zur Aszúherstellung. Als Hauptsorte der Tokajer Weinregion stellt sie den größten Anteil in den traditionellen Weinen Tokajer Aszú und Szamorodni. Der aus ihr gewonnene Wein lässt sich als körperreich, feurig, robust und von mittlerer Duftintensität charakterisieren. Er eignet sich gut zum Lagern.
Lindenblättriger
Lindenblättriger Autochtone Sorte Ungarns bzw. des Karpatenbeckens und so auch seit langem in der Tokajer Weinregion beheimatet. Zweite bedeutende Rebsorte unseres Weinguts (20%). Ihre Triebe streben ebenfalls nach oben, die Blätter sind rundlich mit gezackten Rändern. Die Trauben sind länglich, von lockerer Struktur und zylinderförmig. Wie auch die Sorte Furmint reift sie spät. Sie neigt zur Edelreife und Botrytisierung, ihre Frucht weist charakteristische Aromastoffe auf. Gegenüber Trockenheit, Mehltau und Milbenbefall ist sie empfindlich und fühlt sich nur in entsprechenden Lagen wohl. Aufgrund des unterschiedlichen Wasserbedarfs wird die Sorte Furmint in oberen Lagenbereichen, die Sorte Lindenblättriger dagegen in unteren Lagenbereichen angebaut. Die Sorte ergibt sortenspezifische Weine mit feinen Duftnoten nach Lindenhonig und Holunderblüten.
Muscat Lunel (10%)
Muscat Lunel Laut Aufzeichnungen eine der am frühesten erwähnten Sorten. Sie ist von mittelstarkem Wuchs und hat flache Triebe. Ihre Frucht weist sortentypische Duft- und Geschmacksnoten auf, die Säuren bleiben auch im ausgereiften Zustand schön erhalten. Ihre Blätter sind gefächert und haben Ränder mit sägenartigen Zacken. Äußerst schwache Resistenz gegen Krankheitsbefall. Die Sorte fühlt sich in tiefschichtigen nährstoffreichen Böden am wohlsten. Der aus ihr gewonnene Wein ist außerordentlich fruchtig und weist charakteristische feine Duftnoten und Aromen auf. Die rechtzeitige Ernte wird mit feinen Säuren belohnt – auf unserem Weingut stellt Muscat Lunel die jeweils am frühesten geerntete Rebsorte dar.
Zéta (5%) (Oremus)
1951 durch die Kreuzung von Bouvier und Furmint veredelte Rebsorte, die 1990 in den Bestand der zur Anpflanzung genehmigten Sorten aufgenommen wurde. Am ehesten zeichnet sie sich durch den frühen Reifungszeitpunkt und ihr Botrytisierungsvermögen aus. Sie reift vier bis sechs Wochen vor dem Furmint in der zweiten Septemberhälfte. Die mittelgroßen Trauben sind dicht und kegelförmig. Auf unserem Gut erwarten wir uns in erster Linie Aszúbeeren von dieser Sorte, weswegen stets nur überreifes verschrumpeltes Traubengut gelesen wird. Die Sorte dient praktisch nie zur Herstellung reinsortiger Weine.
Kövérszőlő (2,5%)
Gehörte unter der Bezeichnung ’Fehérszőlő’ zu den ältesten Sorten der Tokajer Weinregion, verschwand jedoch nach der Reblauspest praktisch ganz aus dem Weinbau. Erst vor einigen Jahren (1998) wurde sie staatlich klassifiziert. Sie ist starkwüchsig, aber auch besonders anfällig für Fäulnis, weswegen sie an gut gelüfteten Orten angebaut werden sollte. Ihre Resistenz gegen Frost und Trockenheit ist gut. Die Sorte reift 10-14 Tage vor dem Furmint. Sie bringt viele und qualitativ gute Aszúbeeren hervor.
Kabar – Tarcal-10 (2,5%)
Diese Sorte hat Bouvier und Lindenblättriger als Elternsorten. Ihr starkwüchsiger Rebstock ähnelt dem des Lindenblättrigen. Neben giftgrünen Blättern weist sie lockere zylinderförmige Trauben auf. Der Reifungszeitpunkt stimmt mit dem der Sorte Zéta überein. Ihre Vorteile liegen beim guten Zuckersammel- und Botrytisierungsvermögen.
„Gyalázod a bort, hogy nem ád eszet?
Mi hathatósabb a bornál ugyan?
Nem látd: az ember, hogyha jót iszik,
Mily dús, pörét megnyerte, végrehajt
Mindent, barátját fölsegéli; boldog.
Hozz hát nekem egy kancsóval: az eszem
Hadd áztatom meg s mondok egy okost.”

Arisztophanész: Ész-áztató bor
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