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Weinlesen

Über die traditionellen Weinspezialitäten (Szamorodni, Fordítás, Aszú) der Tokajer Weinregion hinaus werden auf dem Weingut herausragende halbsüße und süße sowie trockene und halbtrockene Weine aus den führenden traditionellen Rebsorten der Region – Furmint, Lindenblättriger und Muscat Lunel – hergestellt. Die Familie Gróf Degenfeld fühlt sich den Tokajer Traditionen verpflichtet und bürgt mit ihrem Namen für die erstklassige Qualität der Weine.
Die Familientradition wird gemäß dem Prinzip "Adel verpflichtet" fortgeführt, wobei die kompromisslosen Erwartungen im Hinblick auf die Qualität in den Rebflächen des Gutes im Zuge drastischer Ertragsbeschränkungen sowie strenger Reben- bzw. Traubenselektion umgesetzt werden.

2001

Schwieriger Jahrgang, der den Weinbauern vieles abverlangte. Vielleicht lieben viele von uns ihn gerade dewegen. Der Sommer zeigte sich bis auf die erste Augusthälfte von seiner schwachen und verregneten Seite. Die Trauben reiften spät und vielenorts trat auch die Botrytis zu früh auf. Doch dann brachte das gute Wetter im Oktober unsere Hoffnungen zurück und es gelang uns mit viel Aufmerksamkeit und entsprechender Selektion feine Aszúbeeren zu lesen. Dabei handelte es sich um weiche, stark botrytisbefallene Beeren, die den feinen, eleganten und seidigen Weinen ihren Stempel aufdrückten. Am ehesten ein Jahrgang des Lindenblättrigen.

2002

Erneut ein Jahrgang mit heißem Sommer und außerordentlich früher Reife, ganz so, als ob seine Weine aus zwei verschiedenen Jahrgängen stammten. Im südlichen Teil der Weinregion konnte bereits im September mit der Selektion der Aszúbeeren begonnen werden. Wer die Gunst der Stunde zu nutzen vermochte, konnte lange, säurebetonte und konzentrierte Weine mit Anklängen an große klassische Aszújahrgänge (wie etwa 1999) erzeugen. Die der Lese im Oktober und November entstammenden Süßweine zeigen sich botrytisbetont mit geschmeidigerer Struktur und weicheren Säuren. Der Jahrgang bringt auf außerordentliche Weise die Mineralität der verschiedenen Anbauorte bzw. Lagen zum Ausdruck.

2003

Das europaweit extrem heiße Dürrejahr war - obschon etwas gemäßigter als weiter westlich - eines der wärmsten Jahre in der Tokajer Weinregion seit Menschengedenken und brachte den Jahrgang mit dem frühesten Reifezeitpunkt mit sich. Nur langsam legte sich die Botrytis auf die bereits vollkommen ausgereiften Beeren. Die langsame Botrytisierung wurde mit außergewöhnlich reichen Aszúbeeren belohnt. Ab Oktober schlug die Witterung um, und der einsetzende Niederschlag beschleunigte die Intensität der Edelfäule. Trotz des frühen Frostes und ersten Schnees (23. Oktober) setzten wir unsere mehrmals durch Regenfälle unterbrochene Weinlese noch lange fort. Ein äußerst komplexer Jahrgang mit vielfältigen und vielschichtigen Weinen.

2004

Die Reihe der für die vorangehenden Jahre charakteristischen Jahrgänge mit früh einsetzender Reifung riss 2004 ab. Eine späte Reifung und lange Leseperiode waren die Folgen eines kühlen und niederschlagsreichen Jahres. Vermutlich infolge der sich hinausziehenden Blüte verlief die Reifung der Trauben äußerst ungleichmäßig. Neben schön ausgereiften goldfarbenen Trauben fanden sich noch grüne, kaum ausgereifte Trauben. Hier zeigte sich die Bedeutung der mehrfachen Selektion und der Wahl des richtigen Lesezeitpunkts. Den zahlreichen Widrigkeiten zum Trotz bescherte uns der Jahrgang feine ausgewogene edelsüße Weine. Von diesem Jahrgang darf man elegante fruchtige Aszúweine mit geringerer Büttenzahl (puttony) erwarten.

2005

Dieser Jahrgang brachte Weine von herausragender Qualität mit sich, insbesondere reine Aszúweine mit einer Ausgewogenheit und einem festen Säuregerüst, wie wir sie vom Jahrgang 1999 kennen. Zwar setzte die Reifung der Trauben spät ein, doch zeitigte der lange und trockene Herbst in Tokaj die vorherigen Erwartungen weit übertreffende Resultate. Wir konnten relativ wenige, jedoch vollkommen verschrumpelte und reichhaltige Aszúbeeren lesen.

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„A sok szem egy lélekké érik,
Bukéja pára, száll az égig,
S ereszkedik a pince-hűsbe,
Hol gyertyafény, belémerülve
Mutatja izzó tisztaságát.”

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