Weinlesen
Über die traditionellen Weinspezialitäten (Szamorodni, Fordítás, Aszú) der Tokajer Weinregion hinaus werden auf dem Weingut herausragende halbsüße und süße sowie trockene und halbtrockene Weine aus den führenden traditionellen Rebsorten der Region – Furmint, Lindenblättriger und Muscat Lunel – hergestellt. Die Familie Gróf Degenfeld fühlt sich den Tokajer Traditionen verpflichtet und bürgt mit ihrem Namen für die erstklassige Qualität der Weine.
Die Familientradition wird gemäß dem Prinzip "Adel verpflichtet" fortgeführt, wobei die kompromisslosen Erwartungen im Hinblick auf die Qualität in den Rebflächen des Gutes im Zuge drastischer Ertragsbeschränkungen sowie strenger Reben- bzw. Traubenselektion umgesetzt werden.
1996
Auf den milden Sommer folgte ein unbeständiger Herbst, in dem sich häufig sonnige Phasen mit Regentagen abwechselten. Die Trauben begannen erst spät zu reifen. Auf den etwas aufgeblähten Beeren zeigte sich zwar bald die Botrytis, doch erfolgte wegen der häufigen Schauer keine intensive Verschrumpelung. Die Weine dieses Jahrgangs weisen einen jahrgangsspezifischen Botrytischarakter auf: Es dominieren Duftnomen nach Orangenschalen und Zitrusfrüchten, während sich die Weine am Gaumen als rund, außerordentlich cremig und dicht erweisen und zugleich mit einer filigranen Struktur aufwarten.
1997
Etwas kühler Jahrgang mit später Reife. Trotz des trockenen und sonnigen Herbstes begannen die Trauben erst spät zu reifen. Infolge des Niederschlagsmangels blieben die Beeren bis Mitte Oktober gesund. Die Botrytis traf erst äußerst spät ein, bewirkte dann aber wahre Wunder. Auf der bereits sehr dünn gewordenen Beerenhaut sorgte die sonnige und trockene, aber bereits kalte Witterung für einen hervorragenden Botrytisierungsprozess mit schönen, gesunden und reichhaltigen Aszúbeeren. Trotz geringer Mengen erinnern sie an große Jahrgänge wie 1993. Die Weine sind außerordentlich dynamisch, fruchtig mit Anklängen an Quitten, Dörrobst und Feigen, und verfügen über lebendige Säuren, lang anhaltende Aromen und eine prächtige Struktur.
1998
Kühler niederschlagsreicher Jahrgang. War bereits der Sommer kühler und niederschlagsreicher als gewohnt, so begünstigten die Regenfälle im Herbst noch den ausgeprägten Botrytisbefall. Es ließen sich vergleichsweise viele, jedoch weniger verschrumpelte Aszúbeeren lesen. Charakteristisch für die Weine dieses Jahrgangs sind intensive Botrytisnoten, Zitrus- und Orangennoten und würzige Düfte. Sie erweisen sich als elegant, fein, rund am Gaumen, cremig, harmonisch und ausbalanciert.
1999
Großer klassischer Tokajer Jahrgang mit trockenem heißem Sommer, gefolgt von einer frühen, aber ausgewogenen Reifung. Es entstanden wunderbare Aszúbeeren mit Botrytis in ihrer feinsten Ausprägung. Es entwickelten sich perfekte Trockenbeeren, die geschmacklich an Dörrobst erinnern. Ihre Fülle offenbarte sich dabei nicht nur im außerordentlichen Restzuckergehalt, sondern auch in den fruchtbetonten Säuren. Die Weine sind von Anklängen an Frisch- und Dörrobst, einer präzisen kristallklaren Struktur, langen Aromen und einer perfekten Balance geprägt.
2000
Ein ganz außergewöhnlicher reicher Jahrgang. Der außerordentlich früh einsetzende trockene und heiße Sommer zeitigte eine nie gekannte frühe Reife. Aufgrund der einzigartigen Güte der Aszúbeeren und des für die Lese günstigen warmen trockenen Herbstes erfolgte die Selektion der Aszúbeeren über mehr als zwei Monate hinweg. Die Botrytisierung begann mit einer ganz feinen Botrytis und wurde mit einem intensiven Verschrumpelungsprozess fortgesetzt. In den sensationellen Aromen spiegeln sich weiße Aprikosen, Ananas, Milchkaramell und tropische Früchte wider.

Bukéja pára, száll az égig,
S ereszkedik a pince-hűsbe,
Hol gyertyafény, belémerülve
Mutatja izzó tisztaságát.”
Tarbay Ede: A bor dicsérete